Über Schweden wusste man hierzulande Laternentechnisch lange Zeit gar nichts. Bekannt war allerdings das Kästner & Toebelmann und wohl auch Stuebgen dorthin einen florierenden Export unterhielten.
Und irgendwann spülten die Recherchen auch einheimische Modelle hervor, die oft verblüffend von den Thüringer Importprodukten inspiriert waren. Wobei man bei K&T dafür sicher viel drastischere Worte gefunden hätte.
Hervorgetan hat sich wohl besonders ABKBF, die A.B. Kungsörs Bleckkärlsfabrik, zu Deutsch so viel wie Blechwarenfabrik Kungsör. Selbige wurde 1897 von Armin Harmin gegründet und existierte bis 1943. Erfreulicherweise haben sich die Schweden um ihre Geschichte gekümmert, und es gibt eine gute historische Firmenchronik.
Nach derzeitigem Stand verwendeten sie kein Firmenlogo, sondern wenn überhaupt die Buchstaben ABKBF.
Es gibt einige Laternen mit ähnlicher Konstruktion und abweichender Markung (Apollo, Komet). Es ist bisher nicht nachgewiesen das diese Modelle ebenfalls von ABKBF stammen.
Die Funde zeigen, das es über die Jahre wohl verschiedene Modelle gab, fast immer inspiriert von aktuellen K&T Modellen.
Neben Petroleumlaternen wurden auch Karbidlaternen und vor allem zahlreiche Haushaltswaren wie Kessel, Pfannen, Schüsseln, Kuchenformen, Töpfe und Einwecksysteme gefertigt. Und zwar in voller Bandbreite, also Weißblech, Kupfer usw...
ABKBF "SVENSKE" Laterne 7'''
Dieses wohl eher frühe Modell verfügt über einen rostgeschützten Tank, selbiger mit einer Messingplakette welche den Hersteller benennt.
"SVENSKE - A.B. KUNGSORS BLECKKARLSFABRIK KUNGSOR "
Die Tragbügelbefestigung erinnert übrigens verdächtig an BING.
ABKBF "SVENSKE" Laterne 7'''
Dieses etwas spätere Modell verzichtet auf eine Plakette, das Logo ist bereits direkt in den Tank gestanzt. Ansonsten ist sie baugleich zum obigen Exemplar.
Interessant ist, dass sie auf der anderen Tankseite über eine Kundenprägung verfügt: TELEGRAF VERKET, also sinngemäß - Telegrafenamt.
Mehr zu der Firma findet sich im Schwedischen Wiki.
Die Markung lautet: "SVENSKE - ABKBF KUNGSÖR ".
Eine Besonderheit der Laterne ist ihr Tankboden - der ist komplett aus Kupfer!
ABKBF Laterne "Svenske" 7'''
Als Sammler von K&T Laternen klappt einem hier glatt der Mund auf. An allen Ecken Designmerkmale des Thüringer Herstellers, bis hin zum nachgemachten Glasdesign, vom Glasschutzkorb ganz zu schweigen.
Das Gute daran - die Laterne läßt sich wenigstens ungefähr datieren.
Die Laterne kam bereits entrostet und mit Rostschutz grundiert, so dass kein akuter Handlungsbedarf bestand.
Dieses Modell war lange eins der populärsten Erzeugnisse der Fabrik und wird auch in der historischen Firmenschrift abgebildet.
(Bildzitat Quelle: "En skildring af Kungsgörs Beckkärlsfabrik")
Die Laterne war in dieser Konstruktion mindestens bis 1935 im Angebot, Jahre nachdem K&T die Segel gestrichen hatte, so dass man sich problemlos an deren Designlösungen bedienen konnte.
Brenner: 7'''
Baujahr: etwa ab 1925 - ca. 1940
in Sammlung seit : 2021
Laterne Kungsör "LUNA"
Über dieses ungewöhnliche Exemplar war fast nichts bekannt. Auf Grund des Vorkommens stammt sie vermutlich aus Schweden, doch selbst dort finden sich bei Sammlern keine Hintergrundinformationen.
Der einzige Hinweis war bisher das es in Schweden eine größere Werkzeugfabrik / Handel mit diesem Namen gibt.
Mit Sicherheit stammt sie zumindest von keinen der größeren namhaften Lampen und Leuchtenproduzenten.
Bisher sind zwei weitgehend baugleiche Modelle gesichtet wurden die sich unter anderem an der Haubenprägung unterscheiden. Die Laterne weist einen "Patent" Schriftzug an Haube und oder Glas auf, jedoch konnte bisher kein passendes Patent gefunden werden.
Der Verarbeitung und dem Material nach wird sie von mehreren Seiten etwa auf 1950-1960 datiert.
2025 besserte sich die Informationslage etwas als eine Laterne auftauchte welche am Deckel mit "Kungsör" gemarkt war, und dessen Glas den Schriftzug "Original LUNA" zierte. Sie lässt sich damit der A.B. Kungsörs Bleckkärlsfabrik zuordnen.
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