Die Familie Friedrich war eine echte Instanz in Sachen Löffelfertigung, noch bevor Beierfeld zum Lampenzentrum aufstieg. Gottfied Heinrich Friedrich gründete bereits 1789 eine größere Löffelfabrik, nach Einstieg seiner Söhne wurde das Produktspektrum ausgedehnt. 1821 wechselte die Unternehmensbezeichnung zu "Firma Heinrich Friedrich" (1763-1835).
In einem Bericht über die Französische Weltausstellung 1855 wird über die Qualität von verzinntem Essgeschirr berichtet, und das die Produkte von Heinrich Friedrich den französischen in nichts nachstanden. Auch bei der internationalen Ausstellung 1876 wurden die Erzeugnisse (Löffel und Gabeln) von Heinrich Ottomar Friedrich positiv bewertet.
1877 wurde Bernhard Löbner Inhaber, und 1898 Max Otto Friedrich. Beide erweiterten kontinuierlich das Angebotsspektrum in Richtung Küchengeräte. Ab 1906 wurden die Fabrikanlagen deutlich erweitert. 1906 ging Max Otto Friedrich in Konkurs, die Tochter des Kaufmann & Fabrikanten Heinrich Ottomar Friedlich erwarb das Anwesen. Die Firmenbezeichnung wechselte zu "Heinrich Friedrich Löffel- Blech- und Lackierwarenfabrik". Man warb mit: Spezialität: Haus und Küchengeräte in blank und lackiert. Sturmlaternen sowie Handlaternen aller Art. Blechlöffel und .....
Als sie 1913 starb, übernahm ihr Schwiegersohn die Firma bis sie 1928 erneut in Konkurs ging.
Man sieht schon - irgendwie blieb bisher immer alles in der Familie, doch diesmal kaufte ein Außenstehnder das Unternehmen, nutzte die vorhandenen Erfahrungen und richtete eine Nickelblech- und Galvanisieranstalt ein.
1874, lange vor dem Höhenflug der Laternenindustrie, war Beierfeld ein Dorf mit 1200 Einwohnern, und die gesamte Industrie bestand aus VIER Blechlöffelfabriken. Und drei davon waren mit dem Namen Friedrich verbunden.
Das Unternehmen blieb über 100 Jahre in Familienbesitz, Nachfolgebetriebe existieren selbst heute noch vor Ort.
Unter Sammlern sind die Laternen wegen ihrer außergewöhnlichen Konstruktion begehrt. Die gängigsten und bekanntesten Modelle sind wohl die "Anker" und die "Adler".
Weiterführende und umfangreiche Informationen zur Firmen- und Familiengeschichte sind in "Beierfelder Industriegeschichte Teil 2 & 3" nachzulesen.
Heinrich Friedrich Modell "Anker"
Das Modell kam ohne Glas und ohne Brenner. Ersteres konnte zumindest zeitgemäß ersetzt werden. Ein Luftrohr musste gerichtet und die Delle gelötet werden, ebenso die Brennerkammer, der Tank und der Blaker.
Der Heber ist gemarkt mit DRGM 56133. Das Gebrauchsmuster bezieht sich auf die "....gekröpfte Welle mit Griff zum Heben des Zugglases bei Sturmlaternen" und stammt von 1896.
Es dauerte übrigens dann noch mal 13 Monate bis die Laterne mit einem originalen, im Fundzustand fehlenden, Schutzkorb ausrüstet wurde....
Baujahr: um 1902
Produzent: Firma Heinrich Friedrich Löffel und Blechwarenfabrik
Inhaber: Max Otto Friedrich
Land: DR, Sachsen
Brennergröße: 7'''
Restauration: 2018 - 2019
Heinrich Friedrich ? Sturmlaterne
Im Dunstkreis von Heinrich Friedrich ist dieses Modell anzusiedeln. Es bringt nur wenige belastbare Erkennungsmerkmale mit sich, noch am schlüssigsten mag die Form des Kamindeckels sein, Tragbügelösen und Brenner stützen zumindest die These, ebenso wie die Form des Tankoberbodens welcher baugleich ist mit anderen gemarkten Modellen. Dem Brenner fehlt das charakteristische Firmenlogo. Das ist bei weiteren ähnlichen Laternen zu beobachten, möglicherweise eine Folge der zunehmenden Verwendung von Zukaufteilen oder dem Verlust der Markenrechte bei mehrfachem Inhaberwechsel.
Heinrich Friedrich, Modell "Anker"
Bei diesem vermutlich etwas späterem Exemplar fehlt leider auch die Brennerkappe, und ein korrektes Glas suchte ich anfangs ebenfalls noch...
Baujahr: vermutlich um 1905
Produzent: Firma Heinrich Friedrich Löffel und Blechwarenfabrik
Inhaber: Max Otto Friedrich
Land: DR, Sachsen
Brennergröße: 7'''
Lackierung: RAL 7009
In Sammlung seit: 2018
Restauration: 2019
Heinrich Friedrich, Modell Anker
Ich weiß nicht wie es kommt, aber mit einer H.Friedrich rechnet niemand wenn er auf den Flohmarkt geht. Schon gar nicht wenn ich mal eben nur auf meinem dörflichen Hausflohmarkt vorbei schaue.
Das wie immer die Brennerkappe fehlt, daran hab ich mich mittlerweile gewöhnt, und das falsche Glas ist in diesem Fall auch zu verschmerzen .... aber das der komplette Hebemechanismus fehlt ist ein schwerer Schlag. Die Farbe zu entfernen war ebenfalls ein Ding der Unmöglichkeit. Schweren Herzens wurde sie zur Spenderlaterne.
Hersteller: Heinrich Friedrich, Beierfeld
Land: DR, Sachsen
Brenner: 7'''
Baujahr: nach 1902
In Sammlung seit: 2019
Heinrich Friedrich / Nier Modell ???
Die Recherche zu diesem Modell war nur Dank eines befreundeten Sammlers und den Quellen der Beierfelder Ortschronik zur Industriegeschichte erfolgreich.
Die Lampe ist mit einer DRGM Nummer versehen die einen Max Friedrich als Inhaber ausweist. Es handelt sich dabei um einen Nachfahre des Firmengründers der die Firma "Heinrich Friedrich" von 1898 bis 1909 führte.
Allerdings wird sie bisher nirgends in den Unterlagen gelistet, und die Konstruktion mit dem Heber deutet auf Nier.
Hersteller: Firma "Heinrich Friedrich", oder Nier, Beierfeld
Land: DR
Brenner: 7'''
Baujahr: 1907-ca.1914
in Sammlung seit: 2019
sirkoslight & drive
















