C.A. Kleemann ist ein weiterer Hersteller aus Erfurt, Thüringen. Er wird bereits frühzeitig als Lampenfabrikant benannt, Findungen reichen bis 1848 zurück.
Im Allgemeinen gilt jedoch - Findungen von Kleemann finden sich nur vereinzelt.
Kleemann war in frühen Jahren Companion von Stübgen, gründete dann jedoch eine eigen Lampenfabrik. Mit Stübgen hatte er da bereits an der Großen Industrieausstellung 1851 in London teilgenommen.
1867 beschäftige Ant. Kleemann bereits 55 Mitarbeiter, und damit mehr als Stübgen!
Kleemann konstruierte eigene Rundbrenner mit dolppelter Luftführung. Er scheitere jedoch an der preusischen Patentanmeldung, im Königreich Sachsen war sie hingegen erfolgreich. Der Brenner wird in "Die Petroleumlampe und deren Behandlung" (Weimar, B.F. Voigt, S.13) erwähnt.
Internationale Ausstellungen und Messen waren wichtig, das hatte Kleemann bereits in seiner Zeit mit Stübgen erfahren.
Das das Angebot breit gefächert war entnimmt man den einschlägigen Katalogen, so man welche findet, ansonsten Werbeanzeigen wie 1872, als man mit Rüböl-, Solaröl und Petroleumlampen für Tisch-, Hänge-, Schiebelampen, Kronleuchter, Ampeln ect....
Die Zeitschrift zur Förderung deutscher Kunst-Industrie vermerkte 1875 das sich Kleemann besonders den Salonlampen widmet, bemängelt jedoch die immer wiederkehrenden Vasenformen der Lampen bei Kleemann sowie anderen Anbietern.
1876 nahm Kleemann mit seinen Lampen an der Weltausstellung in Philadelphia teil, und wurde durch internationale Preisrichter sehr positiv bewertet. Dies erschloss ihm offenbar Absatzgebiete im amerikanischem Markt.
Für das darauf folgende Jahr ist eine Patentanmeldung auf Adolph Kleemann vermerkt.
Und es gibt Anekdoten am Rande...so erwähnt 1884 die Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Erziehungsanstalt Schnepfental das Lampenfabrikant August Kleemann mit Familie ( Sohn Carl und Frau Marie ) teilnahm, und "in zuvorkommender Freundlichkeit die prächtigen Kronleuchter geliehen und die Sorge für die Beleuchtung der Festräume und der Umgebung des Hauses übernommen" hat. Mehr als 60 Lampen an den Kronleuchtern sowie längs der Wände und der Galerie verteilt trugen ...... "..nicht wenig zur Zier des Raumes bei."
1886 wird in einer naturwissenschaftlichen Abhandlung eine für Hospitale einsetzbare Kleemann Lampe erwähnt welche gleichzeitig als Nachtuhr Verwendung finden kann, da der absinkende Petroleumfüllstand auf einen Uhrzeiger übertragen wird. 1894, quasi so früh wie möglich, meldet Kleemann seine Fabrikmarke an und verwendet das zentrale Element des Erfurter Stadtwappens.
Das Hauptaugenmerk Kleemanns lag, so hatt es heute den Anschein, stets im Bereich von hochwertiger Büro- und Privatumgebung.
Wie Klöpfel und Sohn produzierte er aber eher weniger Laternen als z.B. K&T, und stellte die Produktion selbiger recht zeitig ein.
Entsprechende Lampen & Laternen sind in einem Katalog aus den frühen 1900 gelistet.
1908 inserierte Kleemann, weiterhin an der Schottenstraße 5/9, unter der moderneren Bezeichnung "Beleuchtungskörperfabrik".
1915 wurde Kaufmann Karl Adolf Kleemann, vermutlich der Sohn von August Kleemann alleiniger Inhaber der Firma. Zu dieser Zeit firmierte man als Spezialhersteller für Piano- und Flügelllampen. Abgesehen davon waren Schiebelampen von Kleemann besonders in Nord- und Südamerika in Büros sehr beliebt.
Im Handelsadressbuch von 1923 findet sich Adolf Kleemann, Metallwarenfabrikant, unter der Adresse Nonnenrain 13., parallel aber auch die Beleuchtungskörperfabrik Kleemann, C. A. mit Inhaberin Margarethe Kleemann. Während die Fabrik und das ursprüngliche Wohnhaus eher Richtung Stadtzentrum lagen, wohnte Adolf Kleemann in einem 4stöckigen Reihenhaus im seit 1900 neu entstehenden südöstlichen Stadtteil Daberstedt.
Auch im darauf folgenden Jahr - 1924 -
Vermutlich endete die Laternenproduktion spätestens um 1925. 1936 wurde die Firma endgültig geschlossen.
Die Firmen- und Wohnadressen in der Erfurter Innenstadt existieren auch heute noch, das ansehnliche Fabrikgebäude beherbergt heute die Volkshochschule. Weniger Meter weiter befindet sich in einer kleinen Straße ein einfaches, städtisches Reihen-Wohngebäude aus rotem Backstein, welches als frühe Privatadresse der Familie in den Adressbüchern steht.
Gemessen an den Villen der Lampenfabrikanten Stübgen und Kästner und der schicken Fabrik ein sehr bodenständiger Immobilienbesitz.
"HERKULES"
Die Laterne bereitete bei der Bestimmung zunächst einige Schwierigkeiten. Das Dochtschlüsselrad weist als Brennerhersteller C.A. Kleenann aus Erfurt aus, denn es ist mit dem Wappen der Thüringer Stadt gemarkt, doch es war schwierig eine dokumentierte Bestätigung zu finden.
Andere Hersteller hatten ebenfalls Laternen mit diesem oder ähnlichem Namen. Und einge Hersteller und Großhändler kauften Bestandteile wie Brenner zu.
In einem alten Foreneintrag stieß ich auf die Beschreibung einer "Herkules" Laterne mit dem gleichen Brenner und praktisch identischer Konstruktion. Die Laterne wurde dort dem Hersteller Fritz Weber & Co. zugeordnet, was sich aber als falsch erwies. Aber zumindest war es schon mal die gleiche Laterne, jedoch mit Namensschriftzug. Mit Spezialistenhilfe konnte schließlich doch die gesamte Laterne C.A. Kleemann als Hersteller zugeordnet werden.
Das erfreuliche an der Laterne - alle Teile da, sogar der chronisch fehlende Tankdeckel. Ok, das Glas ist war falsch, aber da findet man noch am ehesten Ersatz.
Charakteristisch, neben dem filigranen Tankdeckel, ist die Verwendung von Messingnieten zur Befestigung des Blakers.
Aufarbeitung durch entrosten und Behandlung mit Korrosoinsschutzöl.
Basierend auf einem Katalogauszug kann die Laterne datiert werden auf die Zeit zwischen 1906-1914.
Kleemann Modell ?
Auf Grund der unvollständigen Unterlagen zu Kleemann konnte diesem Modell bisher kein Name zugeordnet werden. die Laterne kam aus dem benachbarten Hessen heim nach Thüringen, ist also in den letzten 100 Jahren nicht sehr weit herumgekommen.
Besonders erfreulich ist der fast vollständige Zustand - lediglich der Tankdeckel fehlt mal wieder, aber dafür gibt es noch das originale gemarkte Glas.
Hervorstechend ist natürlich der Tank. Messingtanks sind selten bei Laternen, sie machten ie Lampe auf dem heiß umkämpften Markt überdurchshcnittlich teuer. Umso erfreulicher das jemand solchen Wert auf Qualität legte und sie die Jahre nahezu unbeschadet überstanden hat.
sirkoslight & drive








