Stübgen gründete seine Lampenfabrik 1843, und war damit Vorreiter der Beleuchtungsindustrie in Erfurt. In den frühen Jahren noch mit Teilhaber, wird das Unternehmen 1849 gelistet als "Stübchen & Kleemann, Lampenfabrik, Neuestr. 2402".  Bereits in diesen Jahren dachte man im großen Stil, die Firma beteiligt sich z.B. an der Londoner Industrieausstellung 1851 und macht ihre Produkte damit weltweit bekannt. Das Potential der Beleuchtungsindustrie oder persönliche Differenzen, wer will das schon beurteilen, führten wenig später zu einer Trennung von Kleemann & Stübgen. Kleemann errichtete daraufhin seine eigene Lampenfabrik. Als neuer Teilhaber kam H.E. Klöpfel in die Firma, verließ diese dann 1867 wieder um ebenfalls eine Lampenfabrik zu gründen. Im Jahre 1868 lautete die Bezeichnung zwar weiterhin: " Stübgen & Comp.", aber mit Friedrich Stübgen als alleinigen Inhaber. Viele Jahrzehnte lief das Geschäft gut und man war weltweit bekannt.

Während in den Jahren ab 1900 die anderen Lampenfabriken Erfurts nach und nach auch auf Elektro umstellten, begann bei Stügben eine zunehmende Spezialisierung auf Laternen, das Angebot an Innenlampen wurde stetig zurückgefahren und wohl Anfang der 1920er Jahre vollständig eingestellt. Einen Innovationsschub erhielt die Beleuchtungssparte erst wieder mit der Einführung der Frischluftlaternen.

Als auf Grund zunehmender Elektrifizierung und der Weltwirtschaftskrise der Absatz immer weiter einbrach etablierte man zunächst um 1925 die FLEDERMAUS A.G. und baute mit Werkzeugmaschinen ein zweites Standbein am Firmenstandort auf.
Nach Verkauf der verbliebenen Beleuchtungssparte 1937 folgte nach dem 2. Weltkrieg auch die Abwicklung der Fledermaus A.G.

Das Verwaltungsgebäude, entworfen vom Architekten Max Brockert, wurde ab den 1950er als Haus der Volkssolidarität genutzt, zahlreiche Fledermaus - Fabrikzeichen des Hauses wurden dabei umgearbeitet.

Nach der Wende 1990 wurden in den 2000ern verfallene Fabrikbereiche abgerissen, das Verwaltungsgebäude als Wohnhaus kernsaniert.

Überlebt hat das große Fabrikzeichen im Dachbereich und ein Mosaik im Eingang.

 

Diese Laterne ist gemeinhin der Inbegriff einer Mischluftlaterne. Ihre Bekanntheit und Verbreitung war so groß das "Fledermauslampe" in einigen Ländern zum Synonym und Inbegriff für Petroleumlaterne wurde. Die umgangssprachliche Bezeichnung lautet auch Stalllaterne. Sie stammen aus Erfurt bzw. Meuselwitz / Thüringen, und sind zeitweise sogar mit "Made in Thuringia" gemarkt.

 

Sie wurden schon vor 1900 produziert, und es gibt unzählige Detailunterschiede an denen man den Herstellungszeitraum erkennen kann.

 

Gemeinhin werden alle diese Lampen mit der Nummer 2850 bezeichnet, wohl weil dies auf den jüngeren Exemplaren geprägt ist. Es sind aber auch aus Werbung und Katalogen Modelle mit niedrigeren Nummern bekannt, und viele Laternen die als 2850 bezeichnet werden sind eigentlich andere Modelle. Die korrekte Bezeichnung lautet: Fledermaus - Laterne, Typ 2850, Modell 19YY .

 

Der Typ  2850 ging um 1935 über in ein HASAG Modell welches zunächst parallel gefertigt wurde.

 

Eine Modellauswahl gibts bei den -> Stübgen - Mischluftlaternen.

 

Ich habe mich bemüht eine Tabelle zusammenzustellen mit der das ungefähre Baujahr einiger BAT / Fledermaus Modelle näher bestimmt werden kann. Das Dokument erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird regelmäßig erweitert, viele Datierungen sind unbelegt oder Unterlagen widersprüchlich. Hinweise und Verbesserungen sind willkommen.

Zeitbestimmung Fledermaus Baureihe Stand 05/2022
Zeitbestimmung Fledermaus Standardbaurei
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Die PAN Baureihe ist die "modernere" Variante im Stübgen Portfolio. Sie tragen eine dreistellige Nummer X9X , wobei die erste Ziffer die Baugröße der Laterne beschreibt. 89X ist also die größte Ausführung mit dem größten Brenner, Tank, und Glas, 59X die kleinste Variante.

Die letzte Ziffer umschreibt Sonderausführungen. Die meisten  Modelle enden auf X99 und haben einen typischen Zugheber. Laternen mit X97 besitzen z.B. einen Kurbelheber.

 

Eine Modellauswahl gibts bei den -> Stübgen - Mischluftlaternen.

 

 

In den 30ern begann auch bei Stübgen die Produktion von Kaltluftlaternen in verschiedenen Größen.

 

Eine Modellauswahl gibts bei den -> Stübgen - Frischluftlaternen.

 

Noch bevor das Petroleum Deutschland eroberte, doch auch noch viele Jahre später wurden Lampen für diesen Rapsöl - ähnlichen Brennstoff produziert.

 

Neben Laternen wurden auch alle anderen Arten Petroleumlampen produziert. Wandlampen  und Tischlampen finden gelegentlich auch den Weg zu mir.

Eine Modellauswahl gibts bei den -> Stübgen - Innenlampen / Rüböllampen.